Pflanzen richtig umtopfen

01.06.2022 09:00

Zimmerpflanzen richtig umtopfen

Wann, wieso und wie Sie Zimmerpflanzen umtopfen sollten erfahren Sie hier


Pflanzen richtig umtopfen Umtopfen

Es ist Frühjahr. Eine Zeit, in der im Garten noch nicht allzu viel zu tun ist. Diese Zeit kann genutzt werden, um sich um alle Pflanzen im Innenbereich zu kümmern. Für beinahe alle Zimmerpflanzen ist jetzt der richtige Zeitpunkt des Umtopfens gekommen. Wann, wieso und wie Pflanzen umgetopft werden, erfahren Sie in diesem Artikel.


Inhaltsverzeichnis




Wann sollte man Pflanzen umtopfen?

Wann Pflanzen umgetopft werden sollten

Grundsätzlich eignet sich das Frühjahr perfekt für eine „Umtopfaktion“ Ihrer Pflanzen. Zu Beginn der Wachstumszeit Mitte / Ende März ist für die meisten Gewächse die Beste Zeit zum Einpflanzen, Umpflanzen und auch Umtopfen gekommen.
Sie müssen beachten, dass für Pflanzen im Topf die Wachstumszeit oft früher beginnt als bei Pflanzen im Freiland, da sich die Erde im Kübel schneller erwärmt als der Boden. Somit muss hier bei durchschnittlichem Frühlingswetter auch meist früher damit angefangen werden zu gießen und zu düngen. Sobald die ersten Sprossen, Blätter oder Speere wachsen (je nach Pflanzengattung) steht die Pflanze wieder voll im Saft und ist kräftig genug für eine Umtopfaktion.

Bei Zimmerpflanzen ist das Frühjahr zwar nicht ganz so ausschlaggebend, da es im Zimmer meist ganzjährig warm ist, aber aufgrund der erhöhten Lichtmenge im Frühjahr und Sommer ist auch hier das Umtopfen zu diesen Jahreszeiten empfehlenswert. Man kann theoretisch natürlich auch zu anderen Jahreszeiten umtopfen, wenn es denn nötig ist, doch sollte bedacht werden, dass man Pflanzen, welche sich z. B. im Herbst und Winter in einer Ruhephase befinden, keinem „Umpflanzschock“ unterziehen sollte.

Warum sollte man Pflanzen umtopfen?

Neu gekaufte Pflanzen egal welcher Art, sollten Sie schnellstmöglich und unabhängig von der Jahreszeit sofort umtopfen. Doch warum wird dies empfohlen?
Der alte „Kulturtopf“ ist in den meisten Fällen zu klein für die darin gewachsene Pflanze. Gartencenter und Züchter wollen Platz und Geld sparen und lassen die Pflanzen oftmals viel zu lange in kleinen Töpfen. Auch ist es in vielen Fällen so, dass die Wurzeln bereits aus den Ablauflöchern herauswachsen oder der Topf sogar schon beschädigt ist. Außerdem ist für den Laien schwer zu erkennen, wie alt die Erde im Topf bereits ist und ob die Kalk-, Salz- und Düngerkonzentration der Pflanze noch zuträglich ist. Wem ist es nicht schon passiert, dass sich der Zustand einer neu gekauften Pflanze nach kurzer Zeit merklich verschlechtert hat!? Dies liegt meist nicht am fehlenden grünen Daumen, sondern am kleinen Topf mit alter und verbrauchter Erde.
Die einzige Ausnahme vom sofortigen Umtopfen sind blühende Pflanzen wie Blumen, Blumenzwiebeln oder Orchideen. Hier kann man auch noch ein wenig mit dem Umtopfen warten, denn es besteht die Gefahr, dass die blühende Pflanze wegen Stress beim Umtopfen ihre Blüten verliert.
Trotzdem: Umtopfen sollte man unbedingt, wenn erkennbar ist, dass etwas nicht in Ordnung ist:

  • Topf ist beschädigt
  • Das Substrat riecht streng
  • Die Wurzeln wachsen aus den Löchern oder sind braun

Grundsätzlich sollte man Pflanzen, welche man dauerhaft in Topfkultur hält, alle 2 Jahre umtopfen. In der Regel ist nach 2 Jahren der Topf voll durchwurzelt und das Substrat weitestgehend „verbraucht“, sodass die Pflanze mehr Platz und neue Erde benötigt. Falls man das Umtopfen auslässt, können sich braune Blätter oder, je nach Pflanzengattung, weitere Mangelerscheinungen einstellen. Im Gegensatz zum Freiland ist im Pflanzkübel so gut wie kein Bodenleben vorhanden. Somit muss mit Dünger und frischer Erde regelmäßig nachgeholfen werden. Falls man ursprünglich einen, im Vergleich zur Pflanzengröße, sehr großen Topf gewählt hat und die entsprechende Pflanze gesund ist, kann der Umtopf-Zyklus auch mal auf 3 Jahre verlängert werden.

Was benötigt man zum Umtopfen? Was wird benötigt?

Was braucht man zum Umtopfen?


Die richtige Topfgröße

Zuerst sollte man sich ansehen, welche Größe der Kulturtopf und die gekaufte Pflanze hat und sich überlegen, welche Topfgröße die nächste sein soll. Eine Regel an die man sich unbedingt halten muss gibt es hier nicht. Meistens ist es der Optik und der Gesundheit der Pflanze zuträglich das obere Volumen des Grüns und ggf. Stamms auch auf den Wurzelbereich und somit auf die Topfgröße zu übertragen.

Beispiel: Hat die Pflanze eine Höhe und ggf. Breite von ca. 20 cm, können Sie z. B. einen Topf mit 23 cm Durchmesser nutzen. Um späteres Umtopfen zu erleichtern, empfehlen wir immer, die Pflanzeinsätze zu verwenden, welche wir für die meisten Pflanzkübel anbieten. Vor allem im Innenbereich ist dies zwingend notwendig. Alternativ können Sie natürlich auch einfach größere Kulturtöpfe neu bepflanzen. Ist die Pflanze bereits größer, wählen Sie das nächstgrößere Gefäß.


Das richtige Substrat

Für fast alle Pflanzen ist Kokoserde das ideale Substrat. Es ist Strukturstabil, nimmt Wasser auf und ist trotzdem sehr luftig und durchlässig. Die Quellerde ist um einiges wurzelschonender und umweltverträglicher als torfhaltige Erde. Einmal mit ca. 4 bis 5 Litern Wasser aufquellen lassen, erhält man innerhalb von wenigen Minuten aus einem 650 g Ziegel knapp 10 Liter lockeres Substrat.

Die Quellerde können Sie auch mit anderen Substraten mischen. Mischen Sie Gartenerde oder Lehm unter die Quellerde, um das Substrat etwas fester werden zu lassen. Alternativ mischen Sie Blähton oder anderes mineralisches Substrat unter, um die Erde noch lockerer und wasserdurchlässiger zu machen. Viele Pflanzengattungen haben da ihre speziellen Vorlieben.

Bedenken Sie, dass die Quellerde nicht vorgedüngt und vollkommen nährstofffrei ist. Hier ist es ratsam, bereits beim Quellvorgang der Erde Langzeitdünger zu verwenden und unter die Erde zu mischen. Beachten Sie jedoch die auf der Verpackung angegebene Dosierung.

Es gibt auch Pflanzen, welche nicht in Kokoserde gesetzt werden sollten. Dazu gehören u. a. Orchideen und Kakteen, welche aufgrund der nötigen höheren Wasserdurchlässigkeit direkt in mineralisches Substrat gepflanzt werden sollten. Oder auch Hortensien und Rhododendron, welche eher saures Substrat bevorzugen.


Die richtige Drainage

Egal ob mit oder ohne Ablauflöcher und egal ob im Zimmer oder draußen: Eine Drainage ist immer sinnvoll.
Im Außenbereich schützt man seine Pflanzen und Kübel vor Staunässe und Frostschäden, indem der untere Bereich (ca. 20 % des Volumens) des Kübels mit Blähton gefüllt und darauf ein Pflanzvlies platziert wird. Dies hat den Effekt, dass sich das Wasser und die Feuchtigkeit sich im unteren Bereich nicht staut und durch die Blähtondrainage ordentlich ablaufen kann. Das Vlies sorgt dafür, dass die Erde nicht nach unten durchrieseln kann und die Drainage verschlammt. Somit werden die Ablauflöcher nicht noch nachträglich verstopft und die Terrasse nicht verschmutzt.

Ebenso ist es bei unten geschlossenen Kübeln im Innenraum ebenfalls sinnvoll eine Drainage mit Blähton und Vlies zu verwenden. Falls doch mal etwas zu viel gegossen wird, sammelt sich das Wasser separat von den Wurzeln im unteren Bereich. Bei dieser Art der Bepflanzung empfehlen wir außerdem einen Feuchtigkeitsmesser zu verwenden, um zu ermitteln, wann wieder gegossen werden muss.

Das richtige Substrat für Zimmerpflanzen Das richtige Substrat

Richtig umtopfen - so geht's


Einjährige Pflanzen umtopfen

Bei einjährigen Pflanzen kann die 2 Jahres Regel selbstverständlich nicht gelten. Diese müssen im Jahr, je nach Gattung, meist öfter umgetopft werden, um ein optimales Wachstum zu erreichen. Hierzu zählen viele Sommerblumen, die meisten Kräuter und Gemüse, insbesondere bei eigener Anzucht.

Als Beispiel erklären wir den Voragang an einer enorm schnell wachsenden Tomatenpflanze:
Bei eigener Anzucht werden die Tomatensamen meist im Februar oder März in Anzuchtboxen oder kleine Töpfchen gesetzt. Die Keimdauer ist meist recht kurz und geht innerhalb von einer Woche vonstatten. Sobald sich ca. 2 Wochen später die ersten richtigen Tomatenblätter entwickeln, wird es Zeit, die Pflänzchen zu „pikieren“. Pikieren ist eine besondere Art des Umtopfens, idem mittels eines Pikierstabs (oder einfach ein Löffel) die Pflanze samt Wurzeln vorsichtig aus dem Substrat gehoben wird. Daraufhin kann man die Wurzeln mit einer Schere etwas kürzen und die Tomaten einzeln und „tiefergesetzt“ in einen größeren Topf (ca. 12 cm) pflanzen.
Weitere 4 bis 6 Wochen später wird der Topf bereits komplett durchwurzelt sein und die Pflanze um ein vielfaches größer. Nun kann die Tomatenpflanze an ihren endgültigen Standort gesetzt werden. Hier wird dann konventionell mit dem gesamten Wurzelballen umgetopft. Je nach Tomatensorte (Zwergtomate, Buschtomate oder Stabtomate) unterscheiden sich die empfohlenen Topfgrößen. Da eine Stabtomate besonders groß wird und tiefwurzelnd ist, sollte das Volumen des Kübels mindestens 20 Liter betragen.

Dieses Beispiel, bei evtl. früheren oder späteren Pflanzzeiten, kann auch auf andere Gemüsesorten (beispielsweis Paprika, Chili oder Gurke) übertragen werden.


Austopfen und eintopfen

Umtopfen ist kein Hexenwerk und in einigen einfachen Schritten erledigt.Durch beherztes klopfen und stoßen gegen den alten Topf lösen Sie den Wurzelballen von eben diesem und heben die Pflanze samt Wurzelballen heraus. Lose Erde kann entfernt werden. Daraufhin schauen Sie sich die Wurzeln an. Sind diese weiß und kräftig, kann der gesamte Ballen mit umgetopft werden. Sind wenige Wurzeln vorhanden, oder sind diese braun, muss interveniert werden. Lösen Sie die komplette Erde vom Ballen ab und entfernen alle beschädigten Wurzeln. In den neuen Topf sollten Sie unten bereits die Drainage aus Blähton sowie ein Vlies und etwas Erde einfüllen. Auf die untere Erdschicht können Sie nun die Pflanze einsetzen. Achten Sie hierbei auf die Höhe: Das gesamte Wurzelwerk sollte nachher mit Erde bedeckt sein! Recherchieren Sie bitte die Pflanzengattung, ob diese eher höher oder tiefer eingesetzt werden sollte. Wenn die Pflanze in der korrekten Höhe und gerade eingesetzt wurde, können Sie die restliche Erde einfüllen. Durch leichtes Stoßen des Topfes mit den Händen werden alle Hohlräume komplett gefüllt, sodass die Pflanze fest im Topf steht. Wir empfehlen, die oberste Schicht ebenfalls wieder mit einem Vlies zu bedecken und darauf Blähton zu verteilen. Das Vlies vermeidet Unkrautwachstum im Kübel und der Blähton hält Schädlinge fern. Lassen Sie jedoch immer noch einen gewissen Gießrand. Damit vereinfachen Sie das zukünftige wässern der Pflanze. Je nachdem wie feucht, oder trocken die neue Erde beim einfüllen war, gießen Sie die Pflanze kräftig an.


Der Wurzelballen einer Zimmerpflanze Wurzelballen

Wurzelschnitt bei Bäumen und Palmen

Bei den meisten Bäumen und manchen Palmen in Topfkultur ist es möglich und manchmal nötig, einen Wurzelschnitt durchzuführen. Dies wird im Bonsaibereich regelmäßig gemacht, damit die Miniaturbäumchen lange in kleinen und flachen Gefäßen gehalten werden können.
Im Normalfall kann man den Wurzelschnitt bei Bäumen mit dem Umtopfen verbinden. Extrem tiefwurzelnde und schnellwachsende Pflanzen, wie die Kanarische Dattelpalme neigen zu solch starkem Wurzelwachstum, dass sie das Substrat über den Kübelrand schieben bzw. die Palme sich selbst von unten aus dem Topf schieben kann. Bei größeren Exemplaren in Kübeln, wie in Parks und Gärten üblich, kann man das oft sehr gut an den sogenannten „Stelzwurzeln“ beobachten. Dies sind die bereits verholzten Wurzeln, welche sich mitsamt dem Stamm aus dem Kübel gehoben haben. In solchen Fällen ist ein Wurzelschnitt aufgrund der Größe der Palme kaum noch durchzuführen. Wenn die Palme allerdings noch eine relativ handliche Größe hat, ist dies kein Problem und macht der Pflanze absolut nichts aus.

Wenn Sie die Palme aus dem vorhandenen Topf nehmen, werden Sie feststellen, dass im unteren Bereich keinerlei Substrat oder Erde mehr vorhanden ist, da die tiefen Wurzeln so stark sind, dass sie das Substrat auf der Suche nach Wasser nach oben geschoben haben. Es ist dann ratsam, diesen Bereich der nackten Wurzeln komplett abzuschneiden bzw. abzusägen um sie wieder ordentlich einpflanzen zu können. Der neue Topf sollte trotz gekürzter Wurzeln durchaus etwas größer sein als der Vorherige, damit das Wurzelwachstum auch in die Breite gehen kann.

Generell ist es jedoch sehr wichtig, vorher zu recherchieren, ob eine bestimmte Pflanze einen Wurzelschnitt verträgt. Im Gegenzug gibt es nämlich auch Pflanzengattungen mit extrem empfindlichen Wurzeln, welche dahingehende Beschädigungen nicht so leicht verzeihen.

Sollte man Pflanzen in Hydrokulturen auch umtopfen?

Natürlich sollten auch Pflanzen in Hydrokulturen umgetopft werden, denn auch die Pflanzen entwachsen mit der Zeit dem Blumentopf. Die Vorgehensweise ist hier sehr ähnlich, als wenn die Pflanze in normaler Blumenerde eingetopft ist. Hydrokulturen und damit auch Pflanzkübel mit Bewässerungssystem sind sehr beliebt, da hier der Pflegeaufwand mit Gießen einfacher und vor allem überschaubarer ist. Durch Wasserstandsanzeiger weiß man genau, wie viel Wasservorrat sich noch im Übertopf befindet und wann es Zeit ist, diesen wieder aufzufüllen.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Erfolg beim Umpflanzen!
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