Unkraut entfernen - So geht´s schnell & einfach

29.04.2022 09:00

Brennnessel, Distel, Quecke und Co.: Unkraut bekämpfen und Tipps, um dem Wuchs vorzubeugen.

 
Unkraut entfernen Unkraut entfernen

Löwenzahn und Co., soweit das Auge reicht? Disteln und Moos im schönen Rasen? Ärgerlich! Mit diesem Beitrag ist nun aber endlich Schluss damit. Was Sie von Unkraut lernen können, wie Sie Unkraut effektiv bekämpfen und wozu Unkraut noch genutzt werden kann – auf all diese Themen gehen wir ein, damit das nervige Jäten irgendwann ein Ende hat.

Inhaltsverzeichnis

 
 
 
Unkraut aus Fugen entfernen Was ist Unkraut

Was ist Unkraut?

Umgangssprachlich ist Unkraut eine unerwünschte Pflanze, die oftmals als störend empfunden wird. Sei es nun als krautige oder verholzende Pflanzenart. Um es etwas genauer zu definieren: Als Unkraut bezeichnet man Pflanzen der spontanen „Begleitvegetation“ in Kulturpflanzenbeständen, Grünland oder Gartenanlagen, die dort nicht gezielt angebaut werden und aus dem Samenpotential des Bodens, über Wurzelausläufer oder über Zuflug der Samen zur Entwicklung kommen. Alternativ wird heute häufig von Beikraut, Wildkraut oder Kulturpflanzenbegleitern gesprochen. Das manuelle Entfernen von Unkraut mit oder ohne Werkzeug wird als jäten bezeichnet. (Quelle: Wikipedia)

Unkraut an sich ist erst einmal überhaupt nicht bedenklich. Erst, wenn es andere Pflanzen bedrängt oder gar überwuchert, ist wirklich höchste Zeit, Unkraut auszustechen oder anderweitig zu entfernen.

Arten von Unkraut

Um Unkraut bekämpfen zu können ist vorab natürlich wichtig zu wissen, mit welchem Gegner man es zu tun hat. Nicht jedem Unkraut kann mit den gleichen Mitteln an den Kragen gegangen werden.

Unkräuter mit Pfahlwurzeln sind hart im Nehmen. Bei Pfahlwurzlern bildet sich eine lange Wurzel, die tief ins Erdreich reicht. Um diese Unkräuter zu entfernen, ist es enorm wichtig, dass diese tief ausgestochen und wirklich komplett ausgegraben werden. Wer nur das Kraut oberhalb der Erde abreißt, verliert.

 

Unkräuter mit Pfahlwurzeln sind beispielsweise:

  • Löwenzahn
  • Giersch
  • Quecke
  • Distel
  • Staudenknöterich
  • Hahnenfuß
  • Ackerschachtelhalm
  • Brennnessel
  • Ampfer
 

Neben diesem tief wurzelnden Unkraut gibt es ebenfalls Unkräuter, die sich über Samen vermehren. Die Samen werden durch Wind und Tier verbreitet. Das Gute: Sie sind meistens einjährig. Das Schlechte: Sie bleiben im Boden leider sehr lange - teilweise über Jahre - keimfähig.

 

Beispiele für Unkraut, welches sich über Samen vermehrt:

  • Hirtentäschel
  • Weißer Gänsefuß
  • Vogelmiere
  • Ehrenpreis-Arten
  • Ackerhellerkraut
  • Hühnerhirse
 

Wussten Sie, dass Ihnen Unkraut auch etwas über die Bodenqualität verraten kann? Je nachdem, welches Unkraut wächst, kann man sehr gut ableiten, was der Erde fehlt oder wovon die Erde zu viel hat.

Hahnenfuß und Quecke wachsen vor allem aus sehr verdichteten Böden. Lüften und lockern Sie den Boden, in dem Sie zur Harke greifen und einige Zentimeter tief ordentlich umgraben.
Ist der Boden zu sauer, wird sich vermehrt die kleine Sauerampfer breit machen. Um den Säuregehalt der Erde zu senken, sollte etwas gekalkt werden.
Wachsen Brennnesseln und Vogelmiere? Perfekt! Genau an dieser Stelle sollten Sie Gemüse pflanzen. Diese beiden Unkräuter weisen nämlich auf humus- und nährstoffreichen Boden hin.

 

✓ Pflanzwerk-Tipp:
Unkraut gehört nicht in den Kompost. Am besten werden Unkräuter über die Bio-Tonne der Abfallwirtschaft entsorgt, um eine Verbreitung über Samen zu vermeiden.

Unkraut vorbeugen

Vorsicht ist bekanntlich besser als Nachsicht. Wer vorbeugende Maßnahmen ergreift, muss sich später nicht mehr allzu häufig beugen, um Unkraut zu entfernen. Das schont nicht nur Nerven, sondern auch den Rücken.

 

Die folgenden vier Maßnahmen helfen, Unkraut vorzubeugen:

  1. Bodendecker pflanzen
    Um Unkrautwachstum zu verhindern oder einzudämmen, ist das Anpflanzen von Bodendeckern eine gute Idee. Haselwurz, Dickmännchen und Elfenblumen sind sehr robust und immergrün. Und sie sorgen für Lichtmangel am Boden, was das Keimen von Unkraut stark mindert.

  2. Unkrautvlies
    Um Unkraut dauerhaft aus dem Beet zu verbannen, eignet sich ein Unkrautvlies. Bevor Sie die Pflanzen in Ihrem Beet setzen, legen Sie das Beet flächendeckend mit einem Unkrautvlies aus. Überlegen Sie sich, an welchen Stellen im Beet Pflanzen eingesetzt werden und schneiden Sie das Vlies x-förmig ein. Die Pflanzen können durch den Schnitt im Vlies ganz normal eingepflanzt werden. So erhalten sie Feuchtigkeit von unten und Sonne von oben. Auch unter Pflastersteinen, Kies und anderen Materialien können Sie vorher ein Vlies auslegen, um Quecke und Co. das Leben schwer zu machen.

  3. Offene Stellen abdecken
    Offene Stellen im Beet decken Sie mit Rindenmulch oder Stroh ab. Das geht auch gut, wenn der Rest mit einem Vlies ausgelegt ist. Lichtmangel führt dazu, dass das Unkraut einfach nicht keimen und wachsen kann. Bei Fugen nutzen Sie Sand oder feinen Kies, um den gleichen Effekt zu erlangen.

  4. Standortgerecht bepflanzen
    Achten Sie auf den richtigen Standort für Ihre Pflanzen. Nur so werden Sie groß und stark. Schwache Pflanzen können im schlimmsten Fall von Unkraut überwuchert werden.
Unkraut jäten - Werkzeuge Unkraut jäten

Mythen zur Unkrautbekämpfung

Unkraut vergeht nicht? Und ob. Zwar nicht von alleine, aber mit ein wenig Arbeit wird man Unkraut relativ gut wieder los oder sorgt dafür, dass es gar nicht erst aufkommt.

Worauf Sie aber verzichten sollten: Essig und Salz. Nicht nur, dass der Einsatz von Essig und Salz im Garten teilweise verboten ist, sie bringen auch einfach nichts. Es mag sein, dass Essig in hoher Konzentration Unkraut vernichten kann. Durch die benötigte, hochkonzentrierte Menge richtet man allerdings zwangsläufig auch Schäden an Pflanzen, die sich in der Nähe befinden, an. Und: Das Essig sickert ins Grundwasser. Das gleiche gilt natürlich für Salz. Auf Zu- und Gehwegen ist der Einsatz von Salz sogar gänzlich verboten.

Bevor Sie also zu diesen Hausmitteln greifen, nutzen Sie bitte die im Folgenden beschriebenen Verfahren, um dem Unkraut an die Wurzel zu gehen. Und denken Sie auch daran, dass Unkräuter Lebensräume für Insekten und andere Tiere darstellen. Mehr Wildwuchs im Garten bedeutet ganz automatisch auch mehr Leben im Garten.

Mechanische Unkrautbekämpfung

Die kostengünstigste Variante in der Unkrautbekämpfung: Muskelkraft. Wer sich einmal ein paar vernünftige Werkzeuge anschafft, hat keine Folgekosten mehr, wenn es darum geht, Unkraut aus Beet und Fuge zu verbannen. Messer, Schaufel und Harke sind wohl jeder und jedem bekannt. Unkräuter mit Pfahlwurzeln entfernen Sie aber besser mit einem Unkrautstecher, auch Wurzelstecher genannt, aus dem Beet. Viele Werkzeuge, wie beispielsweise Fugenkratzer, gibt es mittlerweile entweder schon elektrisch oder zumindest mit langem Stiel, um lästiges „auf-den-Knien-rumrutschen“ zu vermeiden.

 

✓ Pflanzwerk-Tipp:
Unkrautjäten ist angesagt? Dann warten Sie den nächsten Regenschauer ab. Die Erde ist dann wesentlich lockerer, sodass die Pflanzen oftmals leichter mit der ganzen Wurzel entfernt werden können.

Thermische Unkrautbekämpfung

Wie ein Ghostbuster ausgerüstet auf in den Kampf gegen dieses lästige Grünzeug? Dann nutzen Sie wahrscheinlich Gasbrenner, um Unkraut zu vernichten. Oft reicht es vollkommen aus, die Flamme ein paar Sekunden auf den Feind zu richten. Um Unkraut aber dauerhaft zu zerstören, sollten Sie 2 bis 4 mal jährlich in Ihre Hollywoodrolle schlüpfen.
Der Einsatz eines Gasbrenners eignet sich allerdings nur für gepflasterte, gekieste oder geflieste Flächen. Im Beet hat Feuer nichts zu suchen!

Ebenfalls ohne Chemie: Kochendes Wasser. Das Gute ist, dass durch kochendes Wasser oftmals auch die Wurzeln vom Unkraut zerstört werden. Und auch wenn diese Methode umweltschonend ist, bedenken Sie bitte auch, dass neben Ihren Pflanzen auch Würmer und Käfer in der Erde leben und natürlich nicht so heiß darauf sind, verbrüht zu werden.

Weniger Hitze, dafür mehr Dampf: Mit einem Hochdruckreiniger lässt sich Unkraut oberflächlich von Fliesen entfernen, sofern diese für den Einsatz eines solchen Reinigers geeignet sind. Wurzeln entfernen Sie mit Hochdruck allerdings nicht, sodass es sich bei dieser Methode eher um eine kurzfristige Verschönerung ohne wirklich Effekt handelt.

Unkraut im Rasen Unkraut im Rasen

Unkraut im Rasen

Vor allem Moos macht es vielen Rasenflächen schwer, einen richtig englischen Eindruck zu hinterlassen. Durch selektive Unkrautvernichter bekommt man Moosbildung und Unkraut im Rasen aber schnell in den Griff. Geben Sie einfach die der angegebenen Dosierung entsprechenden Menge vom Unkrautvernichter auf die Rasenfläche auf. Daraufhin wird Moos und Unkraut braun, sodass Sie es mit einer Harke entfernen können. Da Moose vor allem schattige Rasenflächen bevorzugen, raten wir Ihnen, für im Schatten liegende Rasenflächen spezielle Rasen-Mischungen zu verwenden. Regelmäßiges wässern, düngen und schneiden (nicht kürzer als 4 cm!) des Rasens sind ebenfalls wichtig, um Moos auf dem Rasen zu vermeiden.

Wächst Ihnen und Ihrem Rasen Unkraut über den Kopf? Machen Sie einmal eine Bodenanalyse und werten diese dann aus. Vielleicht kann hierdurch festgestellt werden, woher die Vermoosung kommt. Niedrige pH-Werte, welche Moosbildung begünstigen, können durch eine Aufkalkung gesteigert werden.

Unkraut nutzen

Zugegeben: Unkräuter können schon nervig sein und vor allem den Anblick eines ordentlichen Beetes oder der neuen Terrasse versauen. Einige Unkräuter sind aber wahre Heilpflanzen, können verzehrt oder zu Dünger weiterverarbeitet werden.

Die Brennnessel ist das beste Beispiel: Hiermit lässt sich ganz einfach toller Dünger herstellen. Füllen Sie einen Eimer vollständigen mit frisch geschnittenen Brennnesseln. Die Blüten der Brennnessel bitte nicht mit in den Eimer geben. Füllen Sie anschließend den Eimer mit Wasser und decken dann den Eimer ab, damit dort keine Tiere hineinfallen. Nun heißt es täglich umrühren. Sobald die Gärung einsetzt, schäumt das Wasser auf. Auch Bläschen bilden sich bei der Gärung. Wenn die Flüssigkeit dunkel gefärbt ist, ist die Jauche fertig und kann als natürlicher Dünger und Pflanzenschutz eingesetzt werden.

 
Brennnesseljauche ansetzen Jauche ansetzen

Löwenzahn findet oftmals in Salaten Verwendung oder wird zu Sirup verarbeitet.

Breitwegerich hilft gegen Insektenstiche. Einfach ein Blatt zerdrücken und auf den Stich reiben.

Ein Sud vom Schachtelhalm kann, ähnlich wie Brennnesseljauche, als Stärkungsmittel für Pflanzen genutzt und auch gegen Schädlinge wie Blattläuse oder Mehltau eingesetzt werden.

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