Rosmarin – so gedeiht der Strauch am besten
ROSMARIN PFLANZEN
Der immergrüne Rosmarinstrauch stammt aus dem Mittelmeerraum und kann bis zu 2 m hoch werden. Da er in unseren Breitengraden nicht winterhart ist, kann er zwar nicht draußen überwintern, lässt sich aber gut als Topf- oder Kübelpflanze kultivieren. Rosmarin ist vor allem als Gewürzkraut bekannt, das sehr intensiv duftet und bevorzugt in der italienischen und französischen Küche eingesetzt wird. Es ist jedoch außerdem ein anerkanntes Heilkraut, welches beispielsweise bei Verdauungsbeschwerden, Entzündungen oder Durchblutungsstörungen Linderung bringen kann. Wie Sie dieses beliebte Küchenkraut richtig pflegen, erfahren Sie hier.
Inhaltsverzeichnis
Rosmarin (Rosmarinus officialis) – ein Steckbrief An diesem Standort gedeiht der Rosmarin am besten Rosmarin: Topf und Erde richtig wählen Rosmarin altersabhängig richtig gießen Rosmarin düngen Rosmarin schneiden Rosmarin überwintern – Schutz vor Frost und Kälte Rosmarin ernten und verwerten Rosmarin vermehren: So gelingt es Auf diese Krankheiten müssen Sie beim Rosmarin achten FAQ zu Rosmarin
Rosmarin (Rosmarinus officialis) – ein Steckbrief
Die bekannte Mittelmeerpflanze gehört zur Familie der Lippenblütler und wächst vor allem an den Felsen in Küstennähe. Beim Rosmarin handelt es sich um einen immergrünen Strauch, der bereits bei den Völkern der Antike bekannt und beliebt war wegen seines starken Duftes. Damals wurde er für Räucherungen eingesetzt, später als Heil- und Küchenkraut. Beispielsweise lässt sich daraus ein anregender Tee oder eine Tinktur herstellen.
Aussehen und Merkmale:
- Wuchs: Der Rosmarin wächst wie ein dichter Busch und sehr aufrecht. Seine Triebe sind stark verzweigt und können sehr ausladend wachsen. Je nach Sorte und klimatischen Bedingungen wird der Halbstrauch bis zu 2 m groß.
- Blätter: Die Blätter sind ledrig und nadelartig und werden bei der Anwendung in der Küche stets nur mitgekocht, aber nicht roh gegessen. Sie enthalten ätherisches Öl sowie Gerb- und Bitterstoffe.
- Blüten: Die Blüten können je nach Sorte variieren und weiß, rosa, hellblau oder blauviolett sein. Blütezeit ist zu Beginn des Frühjahrs zwischen März und Mai.
An diesem Standort gedeiht der Rosmarin am besten
Wählen Sie einen Standort, der dem ursprünglichen Herkunftsort am besten entspricht. Dieser sollte warm und sonnig, aber windgeschützt sein. Hitze verträgt der Strauch recht gut, jedoch keinen Dauerfrost. Daher ist das Auspflanzen in den Garten nur in klimatisch milden Regionen ideal. Ansonsten halten Sie ihn am besten in einem Topf, den Sie bei gutem Wetter im Freien platzieren und im Winter ins Haus holen können.
Beliebte Standorte sind:
- Balkon
- Terrasse
- Freiland (im Topf oder Kübel)
Glücklicherweise ist Rosmarin sehr anspruchslos und daher pflegeleicht. Er kommt mit wenig Wasser und Düngemittel zurecht und muss nur ab und zu geschnitten werden.
Rosmarin: Topf und Erde richtig wählen
Nicht nur der Standort, sondern auch ein ausreichend großer Topf mit Drainagesystem und einem idealen Substrat sind wichtig, damit der Rosmarin gut gedeiht. Sowohl im Topf als auch beim Anpflanzen im Freien (wie gesagt: in klimatisch milden Regionen) sind trockene, steinige, kalkhaltige, aber durchlässige Böden optimal. Im Kübel genügt Pflanzerde, die mit Tongranulat und Sand vermischt wird. Um Staunässe zu vermeiden, benötigt der Topf außerdem ein Abzugsloch für überschüssiges Gießwasser.
Optimale Topfgröße
Der Rosmarin bildet von Natur aus ein weit verzweigtes Wurzelsystem, daher muss der Topf oder Pflanzkübel genügend Platz bieten. Wie groß der benötigte Platz im Einzelfall ist, hängt zum einen von der Sorte ab und zum anderen von der Strauchgröße, die Sie erzielen und beibehalten wollen (durch den geeigneten Schnitt). Als Faustregel nutzt man zunächst ein Pflanzgefäß, das rund 1/3 größer ist als der vorhandene Wurzelballen. Danach wird der Strauch rund alle 2 Jahre umgetopft. Sie können jedoch auch gleich einen Pflanzkübel verwenden, dann entfällt das Umtopfen.
Rosmarin altersabhängig richtig gießen
Grundsätzlich sollten Sie Ihren Strauch regelmäßig, aber moderat gießen, da er sehr empfindlich auf Staunässe reagiert. Frisch eingepflanzte Sträucher benötigen zunächst viel Wasser, abhängig von der Größe des Wurzelballens. Ältere Pflanzen kommen mit wenig Wasser aus und können selten gegossen werden, abhängig von der Witterung. Im Sommer genügt meist einmal Gießen pro Woche.
Rosmarin düngen
Da der Strauch besonders genügsam ist, müssen Freilandpflanzen gar nicht gedüngt werden. Topfpflanzen können Sie hingegen ungefähr 2-3 Mal pro Saison mit Flüssigdünger düngen.
SCHNITT
Rosmarin schneiden
Damit der Strauch nicht verholzt, werden im Frühjahr, ungefähr Ende März, die Vorjahrestriebe kurz zurückgeschnitten. Schneiden Sie aber nie bis ins alte Holz, sondern achten Sie darauf, dass immer ein grüner Teil stehen bleibt.
Abgesehen von der Vermeidung der Verholzung wird Rosmarin auch zurückgeschnitten, um die Form zu erhalten oder um ihn auszulichten. Während des Schneidens im Frühjahr ist auch die ideale Zeit, um Stecklinge für die Vermehrung zu gewinnen. Wie das funktioniert, haben wir weiter unten im Text beschrieben.
Rosmarin überwintern – Schutz vor Frost und Kälte
Rosmarin gilt nur als bedingt winterhart. Er kann daher nur in klimatisch geeigneten Regionen im Freiland gepflanzt werden oder im Kübel auch draußen überwintern.
In kalten Gebieten müssen Sie vor allem die Jungpflanzen unbedingt vor Frost schützen und Freilandpflanzen gut abdecken. Vor allem der Wurzelbereich muss mithilfe einer dicken Schicht Herbstlauf geschützt werden. Die Krone lässt sich entweder mit Tannenreisig abdecken oder in ein Wintervlies hüllen. Essenziell wichtig ist ein durchlässiger und trockener Boden, sonst stirbt der Strauch auch in milden Regionen aufgrund der winterlichen Nässe ab.
Sicherer ist daher die Haltung im Topf und das Überwintern in Haus, Keller, Garage oder im unbeheizten Gewächshaus. Dabei benötigt der Rosmarin nur wenig Wasser. Gießen Sie während der Überwinterung nur so viel, dass der Wurzelballen nicht komplett austrocknet.
Rosmarin ernten und verwerten
Rosmarin kann das ganze Jahr über geerntet und verwendet werden. Wichtig ist es, dass Sie die Blätter einzeln pflücken oder ganze Triebspitzen mit einem scharfen Messer abschneiden. Die Blätter können in der Küche bei Fleisch- und Gemüsegerichten mitgekocht werden. Zudem lässt sich aus den Zweigen Rosmarinöl herstellen. Auch einfrieren und trocknen sind beliebte Verwendungsmöglichkeiten.
Rosmarin vermehren: So gelingt es
Die ideale Methode, um Rosmarin zu vermehren, ist die Nutzung von Triebspitzen als Stecklinge. Dazu schneiden Sie rund 10 cm lange Triebspitzen ab, die von unten her bereits leicht verholzt sind und stecken diese jeweils einzeln in einen ausreichend großen Topf. Verwenden Sie feuchte Anzuchterde als Substrat und decken Sie den kompletten Topf mit einem Folienbeutel ab. Sobald die Wurzeln, die sich jetzt bilden sollten, ausreichend kräftig sind und die Triebe neue Blätter ausbilden, können Sie die jungen Pflanzen trennen und einzeln eintopfen.
ERNTE
Auf diese Krankheiten müssen Sie beim Rosmarin achten
Glücklicherweise ist der Strauch wenig anfällig für Krankheiten, da die ätherischen Öle des Rosmarin Schädlinge wie Spinnmilben, Woll- und Blattläuse fernhalten. Einzig der Rosmarinkäfer, der auch im Mittelmeerraum vorkommt, lässt sich durch diese Öle nicht abhalten und knabbert Blüten und Laub des Strauches an.
Falls die Pflanzen zu eng gepflanzt werden, kann Echter Mehltau auftreten, bei Staunässe kommt es zur Wurzelfäule, die gleichzeitig Pilzkrankheiten begünstigen kann. Durch ordentliche Pflege und korrektes Gießen lassen sich diese Probleme jedoch in der Regel verhindern.