Nestfarn – Aus den Tropen in die Wohnung

12.08.2022 09:00

Gießen, düngen, schneiden, vermehren und Co. - Wie Sie Ihren Nestfarn richtig pflegen

 
Nestfarn - Asplenium nidus Alles über Nestfarn

Nestfarn (Asplenium nidus) stammt aus der Familie der Streifenfarngewächse und ist schon lange eine sehr beliebte Pflanze zur Innenraumbegrünung! Ursprünglich kommt die grüne Schönheit aus den tropischen Regionen Afrikas, Australiens und Asiens. Dort wächst Nestfarn natürlich nicht im Blumentopf, sondern auf Bäumen (Aufsitzerpflanze). Hier erfahren Sie nun alles, was Sie über Nestfarn wissen müssen. Und, wie immer, auch ein bisschen mehr. Bereit? Los geht’s.

Inhaltsverzeichnis

 
 

Licht und Standort des Nestfarn

Auch wenn Nestfarn in den Tropen auf Bäumen wächst: Einen zu hellen Standort sollten Sie nicht wählen, da Nestfarn weder viel Licht noch Zugluft gut verträgt. Schattige bis halbschattige Standorte sind optimal. Somit eignet sich Nestfarn im Prinzip für jeden Raum in der Wohnung und sogar für Büros oder recht dunkle Flure oder Treppenaufgänge.

Achten Sie auf relativ konstante Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad. Auch im Winter. Fällt das Thermometer auf unter 18 Grad, friert die Tropenpflanze. In der Regel sollte das in der Wohnung oder im Büro ja nicht passieren. Wir möchten es dennoch einfach anmerken.

Auf Grund der Herkunft liebt Nestfarn hohe Luftfeuchtigkeit, weshalb er sich hervorragend für die Begrünung des Badezimmers anbietet. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei ungefähr 60 % liegen. Wie Sie die Luftfeuchtigkeit messen und Luftfeuchtigkeit erhöhen können lesen Sie hier.

Nestfarn Herkunft Herkunft

Pflege: Nestfarn gießen und düngen

Im Frühling und Sommer ist Nestfarn ganz schön durstig. Sie sollten daher wöchentlich prüfen, ob die Erde noch feucht genug ist. Dazu stecken Sie einen Finger 2 cm tief in die Erde. Fühlt Sie sich trocken an, gießen Sie. Keine Lust auf Erde unter dem Fingernagel? Kein Problem! Dann nehmen Sie statt Ihrem Finger einfach einen Feuchtigkeitsmesser. Alternativ kann die Pflanze auch einfach aus ihrem Übertopf gehoben werden. Fühlt sie sich federleicht an? Dann gießen Sie so viel, bis das Wasser aus den Ablauflöchern kommt. Alternativ geht natürlich auch ein Wasserbad: 15 Minuten lang den Topf zu 1/4 in Wasser (Badewanne oder Eimer) stellen, kurz abtropfen lassen und schon geht’s zurück in den Übertopf.

Zum Gießen empfehlen wir Ihnen Regenwasser oder abgestandenes bzw. gefiltertes Leitungswasser. Zu viel Kalk im Gießwasser führt dazu, dass der Nestfarn schlechter Nährstoffe aufnehmen kann. Außerdem sollten Sie nicht über die Pflanze, sondern direkt in die Erde gießen. Es könnte sonst passieren, dass sich Fäule an Kraut oder Knolle entwickelt.

Von Herbst bis zum Ende des Winters kann etwas seltener nach dem Rechten gesehen werden. Hier genügt es, alle 10 Tage zu prüfen, ob gegossen werden muss. Ganz austrocknen sollte die Erde aber auch zu dieser Zeit nicht.

Düngen Sie Nestfarn im Frühjahr und Sommer alle 4 Wochen. Reichern Sie das Gießwasser einfach mit etwas Flüssigdünger an. Im Herbst und Winter müssen Sie nicht düngen. Ebenfalls nicht im ersten Jahr nach dem Umtopfen. So bilden sich die Wurzeln besser und schneller aus.

 

✓ Pflanzwerk Tipp:
Neue Blätter wachsen immer aus dem Nest heraus, also aus der Mitte der Pflanze. Diese Blätter sollten erst einmal nicht berührt oder bewegt werden. Sie sind sehr sehr sehr anfällig.

Wachstum und Größe des Nestfarn

Nestfarn wächst bis zu einer bestimmten Höhe relativ aufrecht. Die langen Blätter können mit der Zeit aber ordentlich ausladend werden, auch wenn uns einladend besser gefallen würde (haha). Höhen bis zu 120 cm sind bei den verschiedenen Sorten keine Seltenheit. Das sollten Sie schon bei der Standortwahl bedenken. Aber keine Angst: Nestfarn wächst langsam.

Blüten bildet Nestfarn keine. Auch bei besonders guter Pflege und vielen Gute-Nacht-Geschichten bedankt sich die Pflanze nicht mit schönen Blüten. Schade eigentlich.

Nestfarn schneiden

Nestfarn wird nicht geschnitten. Ein Rückschnitt würde zu einem ungleichmäßigen Wuchs führen. Geschnittene Blätter wachsen nicht nach. Sollten einzelne Blattwedel trotzdem vertrocknet sein und Sie sich an der Optik stören, dann schneiden Sie diese an der Basis mit einem scharfen Messer oder einer Schere ab. Hierbei ist es aber wichtig, dass keine benachbarten Blätter angeschnitten werden.

Nestfarn schneiden und überwintern Schnitt und Überwinterung

Nestfarn überwintern

Herzlichen Glückwunsch: Ihr Nestfarn hat keine Probleme mit der Überwinterung. Solange die Temperatur nicht unter 18 Grad fällt, müssen Sie nichts weiter tun. Etwas weniger gießen, nicht düngen, kein Standortwechsel. Wäre doch nur alles so einfach...

Nestfarn umtopfen und vermehren

 

Nestfarn umtopfen

Nestfarn umzutopfen ist denkbar einfach. Hinzu kommt, dass die Pflanze nur alle zwei bis drei Jahre umgetopft werden muss. Sobald die Wurzeln aus den Entwässerungslöchern wachsen, wird es langsam Zeit, dem Nestfarn einen größeren Topf zu spendieren. Wenn Sie den grünen Freund im Wasserbad wässern, schauen Sie einfach ab und zu nach, ob Sie schon Wurzeln sehen.

Wenn Sie mit kalkhaltigem Wasser gießen, dann bietet sich jedoch an, auch jährlich umzutopfen. Kalk setzt sich in der Erde ab und verhindert, dass der Farn Nährstoffe aus der Erde aufnehmen kann.

Und so einfach topfen Sie Nestfarn um:

  • Nestfarn aus dem alten Topf nehmen und alte Erde entfernen
  • Ein wenig Erde in den neuen, etwas größeren Topf füllen und die Pflanze mittig einsetzen
  • Zwischenräume mit Erde auffüllen
 

✓ Pflanzwerk Tipp:
Denken Sie daran, dass die Pflanze nach dem Umtopfen ein Jahr lang nicht gedüngt werden muss.

 

Nestfarn vermehren

Jetzt wird es heikel, denn Nestfarn zu vermehren ist alles andere als einfach. Im Gegensatz zu anderen Farnarten, die über Teilung des Wurzelballens oder Stecklinge vermehrt werden können, vermehrt sich Nestfarn zu allem Übel über Sporen. Hobbygärtner:innen stellt das vor eine Mammutaufgabe. Wie das aber grundsätzlich funktioniert erklären wir jetzt.


Vorab: Die Vermehrung über Sporen dauert ewig. Es kann gut und gerne ein Jahr vergehen, bis sich ein Erfolg einstellt und Jungpflanzen nachgezüchtet wurden. Wer es dennoch versuchen will, startet bitte im Sommer.


Um Nestfarn zu vermehren brauchen Sie ein Blatt mit leicht staubigen Poren. Die Poren finden bzw. sehen Sie auf der Blattunterseite und sehen aus wie dunkle Striche. Dieses Blatt schneiden Sie nah an der Basis ab und achten darauf, keine anderen Blattwedel zu beschädigen. Diesen Wedel legen Sie nun auf einen Teller und lagern ihn windgeschützt. Es dauert nun ein paar Tage, bis das Blatt getrocknet ist und die Sporen abfallen.

Diese Sporen legen Sie nun auf in einem kleinen Topf vorbereitete Anzuchterde. Die Sporen sind Lichtkeimer, was bedeutet, dass sie nicht bzw. nur ganz dünn mit Erde bedeckt werden sollten. Überziehen Sie den Topf mit Frischhaltefolie und platzieren Sie ihn schattig und warm bei ungefähr 22 Grad. Die Erde besprühen Sie regelmäßig, sodass Sie feucht bleibt, aber nicht nass wird.

Ab jetzt heißt es: Warten. Und hoffen. Nach einigen Monaten werden Sie feststellen, dass die Erde etwas grün wird. Das sind die Sprösslinge! Noch ein paar Monate weiter und in dem Grün werden Sie die erste, kleine Pflanze erkennen – wenn Sie Glück haben. Ab einer Größe von 3 cm dürfen die Pflanzen dann in einen eigenen Topf ziehen.

Nestfarn über Sporen vermehren Vermehrung

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten und Schädlinge sind selten, können aber trotzdem auftreten. Es ist nicht immer genau zu beurteilen, was die Ursache ist, wenn die Pflanze ihre Blätter hängen lässt oder andere Symptome auftreten. Wir bringen mal etwas Licht ins Dunkel.

 

Krankheiten

Nestfarn kriegt gelbe Blätter
Gelbe Blätter sind typisch für einen Befall durch Thripse. Die Fieslinge ernähren sich von dem Pflanzensaft, sodass die Blätter mit der Zeit ihre Farbe ändern. Mehr zu Schädlingen weiter unten.

 

Nestfarn kriegt braune Blätter
Abhängig davon, wo und wie die Wedel des Nestfarn braun werden, können unterschiedliche Gründe ursächlich sein. Schauen Sie deshalb genau hin, um die braune Färbung beurteilen und handeln zu können. Blätter, die vollständig braun sind, sind nicht mehr zu retten. Diese können an der Basis abgeschnitten werden.

 
Braune Flecken
  • Wer direkt über die Blätter gießt, sorgt dafür, dass die Blätter irgendwann braune Flecken bekommen. Gießen Sie immer direkt über die Erde.
  • Vermeiden Sie Zugluft und direkte Sonneneinstrahlung. Auch dies kann braune Flecken hervorrufen.
  • Vermeiden Sie Überdüngung! Reichern Sie Gießwasser lieber mit etwas weniger Dünger an als zu viel.
  • Auch Schädlinge können ursächlich sein. Kontrollieren Sie befallene Blätter und schneiden diese gegebenenfalls an der Basis ab.
 
Braune Blattränder
  • Nestfarn ist von Grund auf durstig. Braune Blattränder sind ein Zeichen von zu trockener Erde.
  • Bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit unter 60 % können ebenfalls braune Blattränder entstehen. Wenn alle anderen Faktoren Stimmen (Standort, Gießverhalten und Düngung) liegt es wahrscheinlich daran.
 

Blätter vom Nestfarn sind klebrig
Klebrige Blätter entstehen durch Läuse. Honigtau, also die zuckerhaltigen Ausscheidungen, führen dazu. Finden Sie zudem Gespinste auf der Unterseite der Blätter, dann erklären wir weiter unten, wie Sie die Biester wieder loswerden.

 

Blätter des Nestfarn werden blass
Verblasste Blätter liegen oft an zu viel Licht und / oder zu wenig Nährstoffen. Denken Sie daran, dass Nestfarn einen halbschattigen bis schattigen Standort bevorzugt, sollten sich braune Flecken bilden. Verblasst die Farbe, aber es treten keine Flecken auf, hat die Erde zu wenig Nährstoffe. Düngen Sie (sparsam) etwa einmal pro Monat von Frühjahr bis Sommer.

 

Schädlinge

Wie jede andere Zimmerpflanze kann auch Nestfarn von Schädlingen betroffen sein. Meistens handelt es sich hierbei um Wollläuse, Schildläuse, Thripse oder Blattälchen.

 

✓ Pflanzwerk Tipp:
Wer beim Gießen immer auch ein Auge auf die Blätter der Pflanze wirft, erkennt Schädlinge in der Regel frühzeitig.

 

Woll- und Schildläuse
Läuse erkennt man an Gespinsten an der Blattunterseite. Wenn Sie so etwas feststellen, wischen Sie die Blätter mit einem feuchten Tuch ab. Sind die Viecher etwas hartnäckiger, können die Blätter auch abgekratzt werden. Kontrollieren Sie den Befall täglich und wiederholen Sie bei Bedarf den Vorgang.

 

Thripse
Thripse sind so klein, dass diese mit dem bloßen Auge oftmals nicht erkannt werden können. Mit ihrem Rüssel saugen Sie das Leben aus der Pflanze, sodass sich die Blätter erst gelb und dann silber bis weiß verfärben. Mischen Sie einen Liter Wasser mit 2 EL Öl und wischen über die Unterseiten der Blätter. Solange die Blätter nicht ganz verfärbt sind, besteht noch Hoffnung. Stark befallene Blätter schneiden Sie lieber direkt ab.

 

Blattälchen
Diese Biester hinterlassen braune bis schwarze Spuren auf den Blättern des Nestfarn. Bei starkem oder bereits längerem Befall werden die Stellen glasig und die Blätter färben sich braun. Hier hilft nur der Griff zur Schere. Im Endstadium hilft hier leider nur: Tonne auf, Pflanze rein, Tonne zu. Leider.

 

Welche Schädlinge noch auftreten und viele weitere Tipps zur Handhabung und Bekämpfung haben wir natürlich hier für Sie gesammelt.

Ist Nestfarn giftig?

Nestfarn ist völlig ungiftig. Sie brauchen sich um Ihre Kinder und Tiere also keinerlei Gedanken oder Sorgen machen, wenn Ihnen einen Blatt aus dem Mundwinkel hängt. In Taiwan wird mit Nestfarn sogar gekocht! Guten Appetit.

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