Komposthaufen im Garten

18.11.2025

Unser Ratgeber für selbstgemachte Nährstoffe aus Kompost

KOMPOST ANLEGEN

Wer Gartenabfälle sinnvoll verwerten möchte, kommt am Komposthaufen nicht vorbei. Mit der richtigen Planung entsteht daraus hochwertiger Dünger, der Boden und Pflanzen stärkt. Hier zeigen wir Schritt für Schritt, worauf du beim Anlegen und Pflegen achten solltest.

Inhaltsverzeichnis

Komposthaufen im Garten – so legen Sie ihn selbst an

Der Komposthaufen im Garten ist Ihre ideale Lagerstelle für organische Abfälle. Clever angelegt kann er allerdings noch viel mehr, denn er liefert beispielsweise so ganz nebenbei auch wertvollen Humus für Ihre Gartenbeete. Mit ein wenig Planung können Sie diese natürliche Recyclingstation hinter dem Schuppen, neben dem Gemüsebeet oder zwischen zwei Sträuchern platzieren. Wichtig ist, dass Sie den richtigen Standort wählen, das Material sinnvoll schichten und für ausreichend Belüftung sorgen. Optisch muss ein Kompost nicht störend wirken, hier können Sie mit einer dekorativen Einfassung aus Holz Abhilfe schaffen. Erfahren Sie in unserem Ratgeber, wie Sie den Komposthaufen im Garten anlegen, was hineindarf und was Sie sonst noch berücksichtigen müssen.

Standort für den Kompost: Wo das Aufstellen am sinnvollsten ist

Bevor Sie Ihren ersten eigenen Komposthaufen im Garten anlegen, brauchen Sie den richtigen Standort für den Kompost. Der gewählte Platz sollte jedoch gut zu erreichen sein, denn schließlich möchten Sie hier später auch mit der Schubkarre Kompost entnehmen und Ihre Pflanzen damit verwöhnen. Wichtig ist außerdem, dass der Komposthaufen im Garten an einem windgeschützten Ort angelegt wird, denn wenn er zu offen steht und es stürmt, fliegen leichte Biomüllteile viel zu schnell durch den Garten. Bezüglich der Helligkeit ist der Kompost nicht besonders anspruchsvoll. Nur die sommerliche Mittagssonne bekommt ihm nicht so gut. Ohne Schatten trocknen die Abfälle aus und die Bodenorganismen verweigern ihre Arbeit. Ein Komposthaufen im Garten funktioniert zwar prinzipiell auch in der Sonne, riecht aber deutlich stärker. Zudem dauert es länger, bis der Kompost fertig ist.

Als Versteck:

Besonders ansehnlich ist so ein Komposthaufen in aller Regel zwar nicht, Sie können ihn aber durchaus dekorativ verstecken. Büsche und Sträucher sind beispielsweise als Sichtschutz für Komposthaufen sehr gefragt; alternativ taugt aber auch ein selbst gebauter Sichtschutzzaun aus Holz.

Das richtige System für den Komposthaufen im Garten

Wenn Sie den richtigen Platz gefunden haben, brauchen Sie als nächstes ein Kompostsystem. Dafür stehen Ihnen verschiedene Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Thermo- und Schnellkomposter: Wenn Sie es eilig haben und der Komposthaufen im Garten so schnell wie möglich funktionieren soll, ist ein Schnellkomposter-System die richtige Wahl. Dieses besteht typischerweise aus einem Kunststoffbehälter mit Entladeklappe und fasst im Schnitt 150 bis 300 Liter. Verwenden Sie dafür am besten ein Modell aus UV- und wetterfestem Kunststoff.
  • Holzkomposter: Dabei handelt es sich um die klassische Variante, die aus einfachen Holzbrettern ohne Abdeckung besteht. Die Rotte wird hier weniger heiß als in einem verschlossenen System, die Gerüchte sind aber deutlicher wahrnehmbar. Wenn Sie es besonders nachhaltig mögen, ist dieses natürliche System die beste Wahl.
  • Offener Komposthaufen: Für einen offenen Komposthaufen im Garten sollten Sie eine Mindestbreite von 120 Zentimetern und eine Höhe von 80 Zentimetern anstreben. Bei der Länge sind Sie in Ihrer Wahl im Grunde frei - ein guter Komposthaufen darf gerne mehrere Meter lang sein.

Der Vorteil eines Schnellkomposters ist vor allem dann gegeben, wenn Ihnen lediglich eine kleine Außenfläche zur Verfügung steht. Durch den geschlossenen Deckel riecht die Rotte nicht so stark und Sie können die Kiste sogar auf der Terrasse platzieren.

KOMPOST ZUHAUSE

Komposthaufen anlegen – so gehen Sie Schritt für Schritt vor

Bevor Sie Ihre Küchenabfälle und vieles mehr auf dem Komposthaufen im Garten entsorgen können, müssen Sie ihn richtig anlegen. Dafür brauchen Sie bereits eine erste Menge Abfälle, Laub und Gartenerde.

So gehen Sie Schritt für Schritt vor:

  • Die unterste Schicht besteht aus Erde, den Sie einfach im Garten aus dem Untergrund entnehmen können, auf dem Sie den Komposthaufen platzieren.
  • Nun geben Sie eine ca. 30 Zentimeter dicke Schicht auf die Erde. Nutzen Sie hier gehäckselte Gartenabfälle wie Laub, Schnittgut vom Rasen oder Unkraut. Wenn Sie in einem geschlossenen System arbeiten, können Sie einen Kompoststarter einarbeiten.
  • Schicht zwei darf aus Heckenschnitt, Zweigen und Astwerk bestehen. Lassen Sie diese Schicht höchstens 20 Zentimeter hoch werden.
  • Bereits jetzt kommen die ersten Abfälle auf den Kompost. Dabei kann es sich um Unkraut handeln, aber auch um Laub, Gemüsereste, Rasenschnitt oder Eierschalen. Diese Schicht sollte etwa 20 Zentimeter hoch sein.
  • Die nächste Schicht besteht aus etwa zehn Zentimetern Gartenerde und dient der „Impfung“ des Komposthaufens im Garten. Impfen bedeutet in diesem Kontext, dass Ihr Kompost die nötigen Bodenlebewesen und Mikroorganismen zugeführt bekommt.
  • Jetzt sollte erneut eine ca. 20 Zentimeter hohe Schicht aus Abfällen auf den Komposthaufen gegeben werden.
  • Platzieren Sie nun wieder eine dünne Erdschicht auf den Komposthaufen im Garten. Wenn vorhanden, können Sie Hühnermist oder Hornspäne hinzugeben.
  • Zu guter Letzt kommt nun noch eine Schicht aus Abfällen auf den Komposthaufen, die Sie anschließend mit Stroh oder Laub abdecken.
Kompost abdecken:

Als Abdeckung für Ihren frisch angelegten Komposthaufen im Garten eignet sich auch eine schwarze Mulchfolie.

Kompost umschichten – für eine noch bessere Qualität

Um gute Komposterde zu generieren, sollten Sie den Komposthaufen im Garten gelegentlich umschichten. Idealerweise greifen Sie alle drei Monate zur Mistgabel. Wenn dazu die Zeit fehlt, genügt diese Maßnahme im Zweifel aber auch zweimal jährlich. Das Umsetzen ist deshalb sinnvoll, weil Sie die einzelnen Schichten dadurch durchlüften und mit Sauerstoff versorgen. Das beugt der Entstehung von Schimmel vor und beschleunigt die Rotte. Zum Umsetzen sollten Sie einen zweiten Komposthaufen anlegen, der sich in direkter Nähe des ersten Haufens befindet. Die unterste Schicht sollte dabei aus konventioneller Erde bestehen, die Sie mit einigen kleinen Ästen bestreuen.

Dann geht es auch schon los:

  • Nehmen Sie schaufelweise Kompost von Ihrem Haufen und schütteln Sie ihn durch ein Durchwurfsieb. Fangen Sie den gesiebten Kompost in einer Schubkarre oder in einem Eimer auf. Äste, Wurzelstücke oder Steine sortieren Sie aus.
  • Alle unreifen Elemente sortieren Sie aus dem Sieb, um diese auf den neuen Komposthaufen zu werfen.
  • Der fertig umgesetzte Kompost muss nun gründlich gegossen werden, damit die Rotte vorangetrieben wird.
  • Decken Sie den neuen Haufen gut mit Laub und Zweigen ab oder verwenden Sie alternativ eine Mulchfolie.
  • Die bereits fertig gesiebte Komposterde eignet sich perfekt, um Ihre Pflanzen zu düngen und den Boden Ihrer Beete zu verbessern.

Auch in einem Thermokomposter können und sollten Sie umschichten, hierfür benötigen Sie eine zweite Kiste. Gehen Sie genauso vor wie bei einem großen Komposthaufen im Garten.

Was darf und was darf nicht auf den Kompost? Unsere Liste mit den wichtigsten Abfällen

Falls Sie noch unsicher sind, welche Abfälle auf den Kompost dürfen, orientieren Sie sich an unserer Pflanzwerk Kompost-Tabelle:

Was darf auf den Kompost?Was darf nicht auf den Kompost?
Rasenschnitt, wenn er etwas abgetrocknet istgekochtes Essen
UnkrautSpeisereste wie Fisch und Fleisch
Kräutergespritzte Zitrusfrüchte
verwelkte Blumengroße Äste und Wurzeln
rohe Obst- und Gemüseresteschwer verrottendes Laub von Eichen, Kastanienbäumen, Nussbäumen und Kirschlorbeer
Kaffeesatz und TeeNussschalen
EierschalenSchnittblumen aus dem Handel
Algensamentragendes Unkraut
Pappe und Papier in kleinen Mengen (nur aus Naturmaterialien)dickes und farbiges Papier
Haustiermist ohne Zusätze wie z. B. KatzenstreuAsche
Windeln
Katzenstreu
erkrankte Pflanzenreste
Achtung:

Wenn Sie Teebeutel auf dem Komposthaufen entsorgen, entfernen Sie die Metallklammer vorher. Nicht alle Bestandteile dürfen kompostiert werden, die Inhalte und Reste aber schon.

Jetzt Komposthaufen im Garten anlegen und eigenen Kompost produzieren

Der Pflanzwerk-Ratgeber zeigt Ihnen, dass ein eigener Komposthaufen im Garten wahrlich kein Hexenwerk ist. Mit ein bisschen Planungsgeschick legen Sie eine Stelle an, an der biologische Abfälle verrotten können. Damit produzieren Sie nicht nur Ihre eigene Erde und Dünger, sondern tragen auch ein Stück zu mehr Nachhaltigkeit bei.

KOMPOST NUTZEN

FAQ zu Kompost im Garten

Wann lohnt sich ein Komposthaufen im Garten für mich?
Ein Komposthaufen im Garten lohnt sich, sobald Sie regelmäßig organische Abfälle wie Obst- und Gemüsereste, Rasenschnitt oder Laub zu entsorgen haben. Wenn Sie gerne im Garten arbeiten, Beete pflegen oder Gemüse anbauen, profitieren Sie gleich doppelt. Sie reduzieren Ihre Abfälle und gewinnen gleichzeitig hochwertige Komposterde. Selbst im kleinen Garten kann sich ein Komposthaufen lohnen, wenn Sie einen geeigneten Platz finden.
Wie schnell produziert der Komposthaufen im Garten gute Erde?
Je nach Jahreszeit, Zusammensetzung und Pflege dauert es etwa sechs bis zwölf Monate, bis aus Küchen- und Gartenabfällen auf dem Komposthaufen im Garten reifer Kompost entsteht. Mit regelmäßigem Umsetzen und der richtigen Mischung aus feuchten und trockenen Materialien können Sie den Prozess beschleunigen. Im Sommer reift der Kompost schneller als im Winter, da Mikroorganismen bei Wärme aktiver sind. Sorgen Sie immer für eine gute Belüftung, damit keine Fäulnis entsteht.
Welche Pflanzen darf ich mit Komposterde von meinem Komposthaufen im Garten düngen?
Komposterde vom eigenen Komposthaufen im Garten eignet sich für fast alle Pflanzen im Garten, vor allem für Gemüsebeete, Sträucher, Stauden und Blumenbeete. Sie verbessert die Bodenstruktur, fördert das Bodenleben und versorgt die Pflanzen mit allen wichtigen Nährstoffen. Empfindliche Pflanzen wie Moorbeetpflanzen oder Orchideen dürfen keine Komposterde bekommen, hier kann der Nährstoffgehalt zu hoch sein.
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